Kultur-Programm

Ich versuche gerade ein Wenig mehr Kulturkram zu machen. Ich meine, wenn man schon in so ner Stadt wie Hamburg wohnt, sollte man da alles mit nehmen, was geht.

Deftones

Ende März habe ich mir Deftones im Docks angeschaut und war realtive enttäuscht. Vielleicht bin ich einfach mit zu hohen Erwartungen da hin gegangen. Ich will eigentlich seit ich 15 bin mal auf nen Deftones Konzert, da ich besonders die ruhigen Stücke von denen einfach mal live, mit visueller Untermalung sehen wollte…

Vielleicht war gerade die Vorstellung, dass die Musik mit einer guten visuellen Unterstützung noch besser ist, das Problem. Denn für mich hat der Visuelleteil komplet gefehlt. Besonders nervig fand ich die rot, gelb Chasser, die gerade zu den ruhigen Sachen irgendwie voll nicht gepasst haben…

Naja hab es mir einfach irgendwie besser vorgestellt…

Der gute Mensch von Sezuan – Berthold Brecht 

Ende April habe ich mir dann mit Lene “Der gute Mensch von Sezuan” (Regie: Christian Pade) im Deutschen Schauspielhaus angeschaut und auch hier war ich ziemlich enttäuscht. Hat mir das Buch im Deutsch LK doch sehr gut gefallen, da ich die Thematik äußerst interessant finde (wie kann man Geschäfte machen und doch ein guter Mensch sein). So fand ich die Interpretation von Christian Pade doch eher schwach.

Erst einmal find ich, ist die Figur Shen Te, so was von schlecht gewählt. Ich habe sie mir als kleine, zierliche Person vorgestellt und im Stück war sie eine eher dicke Frau (im Bezug auf die Verwandlung war diese gar nicht wirklich möglich). Damit war das ganze Stück mit einem komischen Gefühl unterlegt, da ich mit der Person Shen Te, wie ich sie mir vorgestellt habe und wie sie hier gespielt wurde, nicht klar kam.

Als zweites finde ich, dass das ganze Stück die Kernaussage, wie schwer es überhaupt ist, ein guter Mensch zu sein, sehr verwässert. Die Personen kamen mir einfach nicht gemein genug vor und Shen Te war irgendwie alleine durch ihre Statur nicht so richtig hilflos, weswegen man die Verwandlung in Shui Ta eigentlich weniger nach vollziehen konnte.

Die Götter, asiatisch aufgemachte Personen, die per Beamer immer wieder eingeblendet waren, entlockten mir nur in den ersten 2 Auftritten, ein schmunzeln, irgendwie waren sie danach mehr nervig. Außerdem waren die 3 Typen von Götter gar nicht richtig zu unterscheiden (auch hier wieder alles irgendwie verwässert)

Gut fand ich die Person des Wasserverkäufers Wang. Er war irgendwie auch der einzige, der mit dem Publikum interagiert hat und irgendwie ein wenig Brechtfeeling hat aufkommen lassen (Brechts Dramentheorie, als Schauplatz sollte man die Straße nehmen)

Abschließend fand ich die 3 Stunden doch recht lang und fand jetzt nicht, dass wirklich rüber kam, was es bedeutet gut sein zu wollen…

Lange Nacht der Museen in Hamburg

Nach all dem Negativen kommt jetzt mal was Positives :-)

Im Zuge der Langen Nacht der Museen, war ich in den Deichtorhallen und habe zwei sehr gute Ausstellungen besucht. Einmal Erwin Wurms “Das lächerliche Leben eines ernsten Menschen | Das ernste Leben eines lächerlichen Menschen” Ausstellung und muss sagen, der Typ ist verrückt aber super super lustig. Ich fand seine Kunst eine gute Gesellschaftskritik und hatte einfach Spaß, mir das alles an zu schauen. Er benutzt alltägliche Gegenstände/Situationen und Verfremdet sich auf eine tolle Art. Am besten selber rein gehen, die Ausstellung ist noch bis zum 02.09.07 in den Deichtorhallen. Das ganze muss man sich anschauen und man kann auch Sachen selber ausprobieren!

Im Haus der Photographie (die andere Halle, der Deichtorhallen) gab es eine Sonderausstellung, mit den Gewinnern der LeadAwards. War einfach toll, sich die ganzen super Photos anzuschauen. Dazu gab es dann noch die Gewinner der anderen Kategorien, wie Werbung (hier fand ich die Google Maps Werbung super, hab aber leider vergessen, welchen Platz die gemacht hat).  Naja auf jeden Fall lohnt es sich auch hier mal rein zu gehen.

Damit kann ich diesen Post mit etwas Positivem abschließen. Wer mich hier besuchen kommt, den schleppe ich zumindest in die Erwin Wurm Ausstellung. (hier sollte sich besonders Marius angesprochen fühlen, ich werd mich sicher tot lachen, wenn ich da mit dir rein gehe. Den Philipp kannste da gleich mal einpacken und dann wäre funkensturm. wenigsten mal wieder auf einem Haufen)

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