re:publica 08

Die kritische Masse ist dieses Jahr das Thema der re:publica. Für mich ist es in erster Linie ein weiterer Grund mal wieder nach Berlin zu kommen und meinen Bruder zu sehen. Außerdem treiben sich da ja auch noch viele andere nette Menschen rum und es ist dann meine erste Web Konferenz. Bin mal gespannt, wie der Unterschied zu einer Unkonferenz (Barcamps) ist.

Ich hoffe ja, dass es ein bisschen innovativer ist als die letzten Barcamps auf denen ich war. Habe das Gefühl, dass die Barcamps in letzter Zeit mehr so ein “ich fühl mich gut mit anderen geeks” Treffen sind. Dabei geht es dann mehr darum sich über die ganzen Tools und Webdienste, die man jeden Tag benutzt, auszutauschen anstelle zu überlegen, wohin es denn gehen kann. Beim letzten Barcamp in Hannover hat Gernot das hier getwittert: “Es bewegt sich leider immer mehr vom Think Tank zur VHS. Nicht dass das schlecht ist, aber wir brauchen den Think Tank auch.” via twitter. Genau diesen Eindruck habe ich auch. Seine nächsten Tweets machen noch mal klarer, worum es Ihm da genau geht:

@jkleske Sich auf wenige Barcamps/Events einigen, zu dem alle “Macher” kommen wollen, auch international.
@jkleske Und irgendwie den Spagat hinkriegen elitärer zu werden, ohne die Offenheit zu verlieren.
@mspielberger Ein Publikum zu haben in dem man niemandem erklären muss was Twitter ist, um diskutieren zu können was danach kommt.

Zwei Punkte finde ich hier besonders wichtig:

  • alle “Macher” kommen, also die Leute, die weiter denken wollen und sich mit anderen austauschen, wohin es gehen könnte
  • das setzt vorraus, dass die Anwesenden schon über den “Begeisterungs-Status” hinaus sind und man sie nicht erst vom “Nutzen” der Anwendung überzeugen muss

Ich hoffe, dass sich in diesem Bereich bald viel tun wird und wir kleine Denkschmieden (Think Tanks) in Deutschland entwickeln, die auch international anerkannt sind. Denn ich denke, dass wir hier in Deutschland genau dazu beitragen können. Warum?

Bei meinem Besuch übern Teich, habe ich fest gestellt, dass die Nordamerikaner Sachen einfach machen. Das führt zu viel Schrott, weil keiner wirklich weiter denkt. Natürlich entwickeln sich dann auch so tolle Sachen wie Twitter. Der Vorteil bei denen ist, dass man für alles ne Finanzierung bekommt, weil die Investoren meistens auch nicht weiter denken ;-) . Genau an diesem Punkt haben wir Deutsche einen kleinen Vorteil, wenn wir unser “Qualitätsbewusstsein” und das “Streben nach 100%iger Sicherheit”, nicht dazu benutzen Sachen tot zu reden/analysieren, sondern konstruktiv an Dingen und Ideen zu arbeiten.

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5 Responses to “re:publica 08”


  • Also ich nehme von den Barcamps noch einiges mit. Bin aber auch erst zum 2. mal bei einem Barcamp dabei. Ich finde die Sessions in denen viel Diskussion im Anschluss folgt am lehrreichsten und da wird noch richtig viel rüber gebracht. Ich würde fast behaupten ich ziehe mir da viel Wissen über eine Art Crowd-Sourcing rein. Man stellt Fragen wo man noch Lücken hat und wird so viel aus diesen Gesprächen mitnehmen.

    Aber um auf deinem Punkt zu kommen: Es wird hier tatsächlich nicht Innovation gemacht. Ich weis nicht ob ich das unbedingt von dem Barcamp standard mäßig erwarten soll. Viele geben hier Wissen weiter mit dem sie sich auskennen.

    Ich habe bisher das Gefühl viele haben Schwierigkeiten damit in Diskussionen sich zu trauen(etwas einzubringen). Ich glaube oft liegt es daran das man Angst hat etwas falsches zu sagen. Und so etwas tötet Innovation ab. Leute müssen sich unbefangener fühlen. Vielleicht kriegt man das hin in dem Man versucht vorher jedem klar zu machen was man von der Session sich wünscht und das es keine falsche Wortbeiträge gibt.

  • ja geb dir da vollkommen recht. die diskussions sessions sind die, die da am ehesten hin kommen und mir auch immer am meisten spaß machen.
    genau so sehe ich das problem mit dem trauen. das sollte halt vielleicht besser rüber gebracht werden, dass es wirklich um partipation geht und das man fragen stellen und lücken haben darf. dass man nur durch fragen weiter kommt und neues gestalten kann.
    aber genau so braucht es auch einen raum, wo man nicht mehr nur “standard fragen” beantworten muss sondern wo man weiter denken kann…

  • Den Gedanken eines Think Tanks und auch gezielt Veranstaltungen für “Fortgeschrittene” zu machen, finde ich gut. Vielleicht könnte man bei manchem BarCamp den Sonntag dafür nutzen? Hätte eine gewisse Logik, Themen des Samstags am Sonntag weiterzudenken und damit würde der Sonntag auch aufgewertet, an dem die Teilnehmerzahlen ja in aller Regel sowieso geringer sind und sich beinahe automatisch so etwas wie ein “harter Kern” bildet. Mir würde das sehr gefallen, mich am Sonnabend mit Themen zu beschäftigen, die ich noch nicht so kenne, um dann am Sonntag zu fachsimpeln und mich mit anderen zu meinen aktuellen Lieblingsthemen auszutauschen.

  • Ich glaube aber auch das auf BC dafür Platz ist. Man müsste die Session nur entsprechend ankündigen, und den Teilnehmern vorher erklären was sie erwartet. Klar könnte man einige vorm Kopf stoßen dabei aber da wissen sie wenigstens was erwartet wird und wieso auf ‘beginner questions’ nicht eingegangen wird.

  • Find die Idee mit dem Sonntag eigentlich sehr cool.
    Sollte man fürs nächste mal vielleicht im Hinterkopf behalten.

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