Regionale (Wirtschafts-)Kreisläufe schließen und stärken!

Ausgangspunkt für diesen Post war ein Gespräch mit Ruben, das über zwei Tage verteilt in Berlin statt gefunden hat und mich seit dem nicht mehr los lässt. Es ging um die Frage, wie wir im urbanen Raum leben, bzw. leben wollen. Diese Frage wird auch von der Cognitive Cities Conference im Februar 2011 gestellt. Da das Thema recht komplex ist und viele verschiedene Möglichkeiten bestehen, möchte ich erst mal das Model Regionalwährungen vorstellen und erst in kommenden Posts auf unsere eigentliche Idee, der Kiez Werkstätten eingehen. Vielleicht schreibt Ruben ja schon mal was in diese Richtung. Es geht uns im Wesentlichen darum, dass wir unnötigen Konsum vermeiden, die regionale Gemeinschaft stärken, unbefriedigte Bedürfnisse stillen und ungenutzte Ressourcen nutzbar machen wollen.

Regionalwährungen
Seit dem 01.07.2010 gibt es in Lüneburg, meinem momentanen Wohnort, eine Regionalwährung die sich Lunar nennt und soweit mir bekannt, sich an das Modell des Chiemgauer anschließt. Es handelt sich beim Lunar also um ein Gutscheinmodell.

Über den Chiemgauer:
Der Chiemgauer ist mit einem Umsatz von 4 Millionen Chiemgauer in 2009 die erfolgreichste Regionalwährung Deutschlands. Der Chiemgauer e. V. wird getragen von 3.000 Mitgliedern. Davon sind 600 Unternehmer und 200 Vereine, die in 2009 mit 36.000 Chiemgauer gefördert werden konnten. Der Wert des Chiemgauer entspricht 1:1 zum Euro und wird mit diesem gedeckt. Das Regionalgeld besitzt einen Umlaufimpuls (Negativzins) von 2 Prozent pro Quartal und ist alle drei Monate aufzuwerten, wenn er nicht weitergegeben wird. Mit dieser Erinnerungsfunktion ausgestattet wird eine hohe Umlaufgeschwindigkeit erreicht und spekulative Geldeigenschaften ausgeschlossen. Möchten Unternehmer Chiemgauer in Euro umtauschen, wir der Regionalbeitrag fällig. Diese Rücktauschgebühr soll dazu beitragen, den Chiemgauer im regionalen Kreislauf zu halten. 2007 lagerte der Chiemgauer e. V. seine wirtschaftlichen Tätigkeiten in die Sozialgenossenschaft Regios eG aus. Der Chiemgauer ging aus einem Schülerprojekt hervor, das 2003 an der Freien Waldorfschule Chiemgauer in Prien seinen Anfang nahm. Chiemgauer-Gründer Dipl. Handelslehrer Christian Gelleri ist bis heute Erster Vorsitzender des Chiemgauer und Geschäftsführer der Regios eG. Die Ziele des Chiemgauer, dessen Satzung und Leitbild , sowie viele interessante Berichte finden Sie im Internet unter www.chiemgauer.info. Die Vereinsförderungen können tagesaktuell unter »Service« eingesehen werden.

Folgende Ziele hat der Lunar, bzw. Regio-Geld:

  • Es bindet die Kaufkraft an die Regionen, fördert die regionalen Unternehmen und stimuliert regionale Wirtschaftskreisläufe.
  • Es erweitert die unternehmerischen Handlungsmöglichkeiten um einen regionalen Markt und ist als Werkzeug zur Regionalentwicklung einsetzbar.
  • Es hilft, regionale Produkte abzusetzen, neue Umsätze zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu schaffen.
  • Regiogeld schafft eine solidarische Konsumentengemeinschaft und macht das auch nach aussen hin sichtbar.
  • Regionales Wirtschaften verkürzt die Transportwege und schont die Umwelt.

In den folgenden Posts, möchte ich Ideen vorstellen, wie ich mir vorstellen kann, solche Kreisläufe aufzubauen, bzw. wo ich solche Kreisläufe eigentlich schon sehe und mich frage, wieso sie noch nicht genutzt werden.

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