Archive for the 'das leben eben' Category

Zeitwährung – Komplementärwährungen Teil II

Gerade im Urbanen Raum, sammeln sich viele kreative Menschen, die aber meist kein oder nur ein sehr geringes Investitionskapital haben und deshalb meist keine Finanzierung ihrer Ideen sicher stellen können. Besonders soziale Unternehmungen, die neben einem ökonomischen, noch einen sozialen Mehrwert bieten wollen, scheitern aus diesem Grund schon bevor sie überhaupt richtig begonnen haben. Dieses Problem war auch ein Thema als ich letzte Woche Annalena in Barcelona besucht habe. Ein Gutscheinsystem, wie ich es in meinem letzten Post vorgestellt habe, wird diesen Anforderungen allerdings nicht gerecht und so braucht es für dieses Problem eine andere komplementäre Verrechnungseinheit. Diese Verrechnungseinheit muss unter anderem folgende Merkmale aufweisen:

  1. man kann sie durch Dinge erwerben, die man eh tut
  2. sie wird durch Dienstleistungen erworben
  3. sie muss einfach und flexibel sein
  4. es braucht ein einheitliches System, welches die Transaktionen durchführt und speichert
  5. durch Missbrauch des Systems entsteht niemandem ein Schaden

Unsere Überlegungen endeten in einer Zeiteinheit, wie sie z.B. in Japan unter dem Namen Fureai-Kippu (Wikipedia, kurzer Post, der die Idee besser wieder gibt) im Umlauf ist. Ich möchte kurz meine Überlegungen zum System einer Zeiteinheit beschreiben, um in einem nächsten Post die genaue Funktionsweise, eines geplanten Systems zur Verrechnung der Zeiteinheiten, zu erklären.

Gefälligkeiten unter Freunden kennt jeder. Am Ende steht eine “wage” Verpflichtung dem Gegenüber ebenfalls einen Gefallen zu tun. Würde man nun diesen Gefallen, anstelle der “wagen” Verpflichtung, mit 1 h auf einem Zeitkonto “bezahlen”, wäre ein transferierbarer Mehrwert geschaffen. Es geht dabei nicht darum, den Gefallen messbar zu machen sondern darum mehr Möglichkeiten zu schaffen. Mit den erworbenen Stunden kann man nun zu einer anderen Person gehen und sie wiederum in eine Dienstleistung tauschen. Dadurch wird der Möglichkeit rechnung getragen, dass ich einem Freund mit meinen Fähigkeiten gerade helfen kann, dessen Fähigkeiten in diesem Moment für mich aber keine Hilfe sind, da ich eine andere Dienstleistung benötige, die mir ein anderer Freund oder Bekannter zur Verfügung stellen kann. Daraus ergibt sich eine Situation in der ich durch meine Fähigkeiten in die Gelegenheit komme, mir fehlende Dienstleistungen zu tauschen. Wichtig ist mir dabei, dass jeder der den Vorteil, in Stunden bezahlen zu können, nutzt, selber anfangen sollte, Stunden zu erwerben um sein Konto, was nun im negativen Bereich ist, auszugleichen. Ein erhoffter Nebeneffekt ist, dass ich mir überlegen muss, was ich besonders gut kann, bzw. wofür andere bereit sind mir Stunden zu geben/schenken. Gerade unter Studenten habe ich oft das Gefühl, dass dies niemand weiß und somit auch jede Idee fehlt, wie man später selbstbestimmt arbeiten, bzw. das tuen kann, was man einfach wirklich gut kann.

Ein paar Beispiele sollen dies verdeutlichen:
a) Nehmen wir an jemand redet mit mir und im Gespräch stellt sich herraus, dass mein Gegenüber eine Webseite braucht oder ein bisschen Hilfe bei der Einführung von Social Media. Ich möchte dafür aber kein Geld, weil es ein kleines Projekt ist oder derjenige sich gerade in der Gründung befindet und nicht so viel Geld hat. Also biete ich ihm an, das ganze in Stunden zu verrechnen. Er willigt ein und bekommt seine neue Webseite für sagen wir mal 20 h. Diese transferiert er an mich und ich kann jetzt mit diesen 20 h z.B. einen Grafiker, für meinen nächsten Job, bezahlen. Bei diesem Job rechne ich in Euro ab und habe keine extra Ausgaben für den Grafiker. Der Grafiker wiederrum kann damit einen Photographen bezahlen oder wen auch immer.
Die Alternative zum Euro hilft dabei Stabilität zu erzeugen. In Zeiten in denen ein Freelancer keine Aufträge hat, kann er Stunden sammeln und diese benutzen, wenn er wieder einen Auftrag bekommt. Die Gefahr, die normal hinter Auftragsflauten steckt, wird damit verringert.

b) Eine Frau im Ruhestand strickt für ihr Leben gern. Dies tut sie die ganze Zeit und verschenkt die Socken, Schals, usw. an Freunde und Bekannte. Wenn sie nun anfängt, diese Dinge gegen Stunden zu tauschen, könnte sie damit jemanden in Stunden bezahlen, der ihr einmal in der Woche im Garten oder Haushalt hilft. Somit wird ihre Fähigkeit, die anscheinend sonst im System nicht wertgeschätzt wird, für sie nutzbar gemacht.

Es gibt noch sehr viele solcher Beispiele. Wenn euch welche einfallen, posted sie doch in den Kommentaren. Ich denke es ist sehr wichtig viele Beispiele zu haben, damit man die Idee leichter kommunizierbar macht und jeder sich darin wieder finden kann.

Mir geht es in erster Linie um eine Alternative zum Euro, die leichter von der Hand geht, da sie leichter erworben werden kann.

Auch hier handelt es sich um ein System, das vor allem bei größeren Beträgen sehr gut komplementär funktioniert aber gleichzeitig den Vorteil hat, für kleine Dinge alleine in Stunden gerechnet zu werden.

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Jahreswechsel Post 2009/2010

Ich dachte mir, ich fange mal ein bisschen früher an meinen Jahreswechsel Post zu schreiben. Denn meistens nehme ich mir dafür zu wenig Zeit und komme deshalb nicht dazu das zu schreiben, was ich gerne schreiben würde.

2009 war ein tolles Jahr. Das muss ich so einfach mal schreiben. Mein Studium macht mir sehr viel Spaß, auch wenn ich nicht denke, dass es mich so fordert, wie ich mir das vielleicht wünsche. Der Umzug nach Lüneburg war und ist sehr wichtig für mich. Es ist nicht so, dass Lüneburg eine tolle Stadt ist oder ich hier machen kann, was ich schon immer mal machen wollte aber es ist endlich eine feste Station. Ich bin nach ca. 3 Jahren endlich irgendwo angekommen, habe ein Zuhause und einen tollen Mitbewohner. Ich bin endlich ein bisschen zur Ruhe gekommen und das fühlt sich einfach gut und richtig an.

Dieses Angekommen sein, bedeutet auch ein Vakuum, denn seit langem geht es nicht weiter und mein Leben ist irgendwie zum Stillstand gekommen. Ich mache zwar immer noch Projekte, habe die Uni und viele neue Menschen aber irgendwie ist einfach die Flucht nach vorne weg. Das ist erst einmal ein unbekanntes, vielleicht auch ein bisschen unangenehmes Gefühl, in dem ich aber ein enormes Potenzial sehe. Von hier aus, können sich die Dinge in geordenten Bahnen entwickeln. Alles entsteht mit einem gewissen Abstand und mit genug Zeit darüber nach zu denken. Gleichzeitig habe ich ein direktes Umfeld, mit dem ich über die Dinge, die mich beschäftigen reden kann. Bis her hatte ich diese Menschen auch aber sie waren über ganz Deutschland oder die Welt verteilt und meist nur über Skype oder eMails erreichbar. Die direkte Kommunikation und ein persönliches Feedback, wie ich es gerade erlebe tut mir sehr gut.

Zusätzlich habe ich das Gefühl, dass ich durch die Gebundenheit viel mehr erreichen kann, da nicht mehr alles auf Zeit ist sondern einen viel weiteren Horizont hat. Plötzlich kann man anfangen mit Menschen zusammen zu arbeiten und ohne Zeitdruck voneinander zu lernen. Diese Zeit, ist mir gerade so wichtig, da das Studium sehr viele Fragen aufwirft, mit denen ich mich sehr gerne beschäftige.

Als ich vor 1,5 Jahren angefangen habe Angewandte Kulturwissenschaften zu studieren hatte ich eigentlich gar keine Idee, was das bedeutet und noch weniger, dass ich damit irgendwie an den Punkt komme, an dem ich gerade stehe. Auch wenn der Batchelor eigentlich viel zu wenig Zeit bietet, sich mit all den interessanten Themen zu beschäftigen, habe ich doch das Gefühl, mich sehr intensive mit den Themen die mir persönlich wichtig erscheinen, zu befassen.
Philosoph, Soziologie, Kunst und Ästhetik sind ja nur die Oberbegriffe, die mit Inhalt Gefüllt werden müssen.

Neben dem Studium beschäftigen mich gerade noch einige andere Themen:

Verbunden mit meiner Arbeit beim vive!verlag stelle ich mir jeden Tag die Frage, was macht ein schönes Print Produkt aus. Wieso überhaupt Print? Was ist überhaupt ein schönes Produkt?

Was kann man wirklich mit dem Internet erreichen? Wie kann man mit desen Hilfe die größten Probleme unserer Zeit angehen? Wie nutzt man solch ein endloses Netzwerk? Dabei finde ich den kommerziellen Ansatz schrecklich langweilig und versuche eher die idealistische Schiene zu fahren, bzw. Ansätze zu finden, die sich im konkreten Leben niederschlagen.

Dabei wird mir von Tag zu Tag der Anspruch an Qualität und der Liebe zum Detail wichtiger. Diesen Anspruch möchte ich für mich noch viel weiter vertiefen und auch schauen, wie er sich in meinem alltäglichen Leben niederschlagen kann.

Ich möchte 2010 Dinge produzieren, die genau disen Ansprüchen und Fragen gerecht werden.

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mein erster Job in Lüneburg ;-)

vive!verlag LogoIm Blog des vive!verlags hab ich ein paar Worte zu meinem neuen Job bei eben diesem geschrieben. Wen es interessiert, was ich gerade so mache und überhaupt, wer sich für Bücher und Verlage interessiert, sollte mal vorbei schauen.

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Max Frisch: Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb

Nicht gerade ein erheiterndes Fazit, welches Max Frisch in seiner Rede an den 8. Solothurner Literaturtagen und zu seinem 75. Geburtstag da zieht. Aber was will man ihm vorwerfen, recht hat er!

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o2 will mir das iPhone “verbieten” – Update

Da ich in letzter Zeit des Öfteren gefragt wurde, wie die iPhone o2 Geschichte nun ausgegangen ist, gibt es hier ne kurze Antwort.

Ich habe einen neuen Vertrag, bei T-Mobile OHNE meine alte o2 Nummer. Meinen noch laufenden Vertrag habe ich für 50 € auf den kleinsten Vertrag downgraden lassen, damit die Kosten minimal gehalten werden. Die Tatsache, dass ich meine alte Nummer, die ich seit ich ein Handy mein eigen nennen darf, aufgeben musste, war mehr im Vorfeld schlimm. Jetzt interessiert es mich eigentlich schon nicht mehr. Hatte erst eine Rufumleitung drauf aber ansonsten kann man ja auch über diverse Portale, eMail usw. mit mir in Verbindung tretten und meine neue Nummer herausfinden.

Fazit: neue Nummer, neues Handy und ich bin sehr glücklich damit!

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denkfragment #5

Warum ist alles so personenabhängig?
Und wieso gibt es so wenige Persönlichkeiten?

Warum ist nicht jeder eine Persönlichkeit?

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I’m back

And all I needed was this one to get me back on my way
It wasn’t long before I realised there was no time to waste

If I Found Out, Athlete

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Bin ich Don Quijote…

…oder warum käpfe ich noch immer gegen Windmühlen?

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Improvisation

Die Oktoberausgabe der “brand eins” trägt den Titel: “Wir rechnen mit allem. – Die Kunst der Improvisation”.

Mir war bis her gar nicht bewusst, wie negativ das Wort Improvisation, in Deutschland, belegt ist. Anscheinend wiederspricht es jedem deutschen Planungsgeist, zu sagen, man habe bei diesem oder jenem Projekt ein bisschen improvisiert. Das ganze scheint aber sehr wohl eine verbreitete Praxis zu sein, nur will es niemand zu geben. Wer nicht gut planen kann, der scheint wohl kein guter (Projekt-)Manager zu sein und das wollen wir doch eigentlich alle werden ;-)

Eine Inhaltlich ähnliche Aussage hört man auch immer, wenn man großen Unternehmen das Thema Agile näher bringen möchte. Da heißt es dann auch, man brauch einen Plan, ein Konzept, irgendwas woran man sich halten kann. In meinen Augen hat Agile sehr viel mit dem Improvisationsvermögen zu tun. Es scheint eine Art System für Improvisation zu sein, da wir wohl ganz ohne Systeme, auf die wir uns berufen, nicht leben können. Über die kurzen Feedbackschleifen, muss man jedes mal neu eine Entscheidung treffen. Dabei geht es aber nicht darum, einen schnellen, unüberlegten Entschluss zu fassen sondern jedes mal wird das ganze Projekt angeschaut und auf Grundlage des bisherigen Feedbacks, die beste, mögliche Entscheidung getroffen. Das dies nicht immer einfach ist kann man überall hören. Ob Agile oder Improvisation man muss sich und allen anderen viel Vertrauen entgegen bringen. Hier denke ich ist es aber besser das von vornherein zu zu lassen und so zu komunizieren. Am Ende, wenn es eng wird, führt es doch meistens zu wildem Improvisieren und alle haben ein schlechtes Gewissen, da es doch einen Plan gab, der zu erfüllen galt.
Kommt es im Anschluss eines Projektes dann zu einer Evaluierungs-Phase, was in den meisten Fällen nur in der Theorie aber niemals in der Praxis passiert, wird über die Schwächen des Konzepts oder des Projekt-Managements geredet. Viel mehr sollte man hier die Eigenkompetenz der Teilnehmer besprechen, fehlende Freiräume und Selbstverantwortung benennen und überlegen wie Improvisation und Agilität in die bestehenden Prozesse eingeführt werden kann. Meine Erfahrung ist, dass diese Punkte nämlich massgeblich zum Gelingen komplexer Projekte beitragen und das gesamte Projekt Klima verbessern. Wenn man nicht für jede Kleinigkeit zum Vorgesetzten laufen muss, um von ihm die Genehmigung für sein Handeln zu erfragen, spart man auf allen Seiten enorm Zeit. Der Vorgesetzte kann sich um weit aus wichtigeren Aufgaben kümmern, z.B. den Projektrahmen angenehm gestalten, den anderen Beteiligten den Rücken frei halten, Problemfelder aufdecken und Toxic-Handling betreiben. Man selber spart sich die ewigen Besprechungen, die Frustration wieder einmal nur über die Probleme geredet aber sie nicht aus der Welt geschafft zu haben.

Das dies auch in großen Unternehmen funktioniert zeigt die Ausgabe der “brand eins” sehr gut. Wer sich also für das Thema interessiert, sollte sich die noch aktuelle Ausgabe kaufen. Es gibt sogar einen Artikel über 37signals, der den Titel “Die Kraft des Mittelfingers” trägt. Alles nix neues, wenn man “Getting Real” gelesen hat aber trotzdem nett.

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denkfragment #4

Lieber mit Mac in die Hölle als mit Windows in den Himmel… braucht eh viel zu lange zum “Hochfahren”.

via: der.kontrast

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