Solang du Selbstgeworfnes fängst, ist alles
Geschicklichkeit und läßlicher Gewinn -;
erst wenn du plötzlich Fänger wirst des Balles,
den eine ewige Mit-Spielerin
dir zuwarf, deiner Mitte, in genau
gekonntem Schwung, in einem jener Bögen
aus Gottes großem Brücken-Bau:
erst dann ist Fangen-Können ein Vermögen, -
nicht deines, einer Welt. Und wenn du gar
zurückzuwerfen Kraft und Mut besäßest,
nein, wunderbarer: Mut und Kraft vergäßest
und schon geworfen hättest….. (wie das Jahr
die Vögel wirft, die Wandervogelschwärme,
die eine ältre einer jungen Wärme
hinüberschleudert über Meere -) erst
in diesem Wagnis spielst du gültig mit.
Erleichterst dir den Wurf nicht mehr; erschwerst
dir ihn nicht mehr. Aus deinen Händen tritt
das Meteor und rast in seine Räume…Rainer Maria Rilke; aus: Die Gedichte 1922 bis 1926 (Muzot, 31. Januar 1922)
Archive for the 'denkfragment' Category
Was kann man alles programmieren?
Kann man Menschen, kann man Gesellschaft programmieren?
Wenn ja, welche Sprache sollte man dazu wählen?
Wie finden wir einen Weg aus der momentanen Situation, wie soll dieser aussehen und auf was wollen wir Wert legen?
Ansätze gibt es genug, doch scheint es an “Best practice” zu fehlen. Wir finden lediglich gescheiterte Konzepte.
Selbst die Ideen des Kapitalismus zerfallen in den letzten Jahren und dass er das einzige System ist, was heutzutage funktioniert – daran glaubt doch wirklich niemand mehr.
Wie problematisch alles geworden ist! Man kann nichts mehr einfach so sagen, alles ist aufgeladen, symbolisch, politisch oder mit Ressentiments. Von der Theologie wurde Abstand genommen und trotzdem finden wir eine Welt voll Glaube. Jeder glaubt es zu wissen oder fragt das Gegenüber, ob er das denn wirklich noch glaube? Das Festhalten am Status quo drückt sich im Ausspruch: “There is no alternative!” aus und überspielt doch nur die omnipräsente Verunsicherung und Kapitulation.
Das es keine Alternativen gibt, verstehe ich nicht. Wie kommt man auf solch eine Idee? Was hat man denn schon alles ausprobiert? Wo finden sich Ansätze, Ideen, die nicht zur eigenen Profilierung, sondern einfach da sind weil es Ansätze sind? Das man das Rad nicht im Radschwund austauschen kann, wusste schon Schiller. Woher rührt dann also der Gedanke, dass es Politik, Wirtschaft oder wer auch immer schon richten wird – woran auch wirklich niemand mehr glaubt.
Wieso muss Protest immer in der totalen Verweigerung gelebt werden? Wieso auch hier wieder nur schwarz und weiß Gedachtes? Ist Veränderung nicht ein gradueller Prozess? Einer der inkrementell, also in kleinen Schritten verläuft? Sollte man nicht viel lieber kleine Alternativen finden und nicht mehr bei allem mit machen? Eigene Wege finden, eigene Systeme entwickeln?
Wobei wir wieder am Anfang wären: Was kann man alles programmieren? Kann man Menschen, kann man Gesellschaft programmieren?
i’m kind of depressed…
yesterday i watched avatar and wonder why we can’t even learn from a stupid movie like avatar to take care about our planet… what is our aim? i can’t understand it! where is progress leading us?
Nicht gerade ein erheiterndes Fazit, welches Max Frisch in seiner Rede an den 8. Solothurner Literaturtagen und zu seinem 75. Geburtstag da zieht. Aber was will man ihm vorwerfen, recht hat er!
In einem Interview von Markus Albers spricht Johannes Kleske über die Zukunft der Arbeit und des Lebens unter dem Einfluss der Finanzkrise. Hier ist das Kommentar was ich auf Markus Blog hinterlassen habe:
Ich bin mir unsicher, ob die aktuelle Krise wirklich dazu führt, dass mehr Leute das tun können, was sie wollen. In meinen zwei Wochen NYC habe ich eher den Eindruck gewonnen, dass mehr Menschen nach irgendeinem Job suchen um überhaupt leben zu können und dass von all diesen Kreativen so gut wie niemand wirklich in der Lage ist seinen Träumen nach zu gehen. Wie Matthias schon angesprochen hat, ist das Grundeinkommen hier auf jeden Fall eine Option die man endlich ernsthaft diskutieren sollte, die aber eben gleichzeitig dazu führt, dass gewisse “Eliten” ihren Status verlieren werden und genau diese “Eliten” werden nicht kampflos beigeben.
Vom Digitaler-Nomade-Daseins halte ich mittlerweile auch nicht mehr so viel wie vielleicht noch vor 2 Jahren. Problematisch finde ich hier, dass dadurch zusehends soziale Kontakte verloren gehen. Denn nur weil das persönliche Netzwerk wächst, heißt es ja nicht, dass man langsam gewachsene, tiefe Beziehungen zu anderen Menschen hat. Dieses mal hier mal dort sein, steht dem „Grow slow, grow strong“, was sowohl im Business als auch im Sozialen stimmt, gegenüber. Ich glaube, dass genau dieses Bedürfnis nach festen sozialen Kontakten uns in Jobs hält, die uns nicht glücklich machen.
Für mich besteht das Problem viel mehr im Fehlen von Orten und Strukturen die uns Geborgenheit/Sicherheit geben. Hiermit ist keine finanzielle Sicherheit gemeint sondern eine, die uns erlaubt uns zu entfalten und Dinge auszuprobieren und Fehler machen zu dürfen. Diese Orte geben uns nämlich das nötige Selbstvertrauen solche Virtuosen zu werden, die dann auch irgendwie Käufer für ihre Produkte finden. Denn wäre es so, dass jeder ein Lobo, Vaynerchuk oder Godin sein könnte, dann gäbe es einfach viel mehr solcher Geschichten.
Um ehrlich zu sein, könnte ich mir solch ein System auch gar nicht vorstellen. Ein System in dem jeder Erfolg haben kann und alle den Erfolg von allen anstreben. Sicher wäre das erstrebenswert aber es spricht einfach gegen jede Idee des evolutionären Systems: Der stärkere setzt sich durch. Gerade in dieser Zeit in der die schon wieder in Vergessenheit geratene Klimakrise uns alle bedroht sollten wir umdenken. Im Prinzip müsste genau diese Idee von einer neuen Idee des “gemeinsam setzten wir uns als Menschheit durch” abgelöst werden. Nicht mehr Geld und Einfluss machen uns stark, sondern unsere hoffentlich vorhandene Fähigkeit zum sozialen Zusammenhalt. Denn was bringt uns Einfluss und Geld, wenn die Erde oder zumindest unsere Spezies “stirbt”.
Ob die Krise dazu führt möchte ich schwer bezweifeln.
mein Tweet: “funktioniert wissenschaft eigentlich noch im zeitalter des internets?”
Wenn die Wissenschaft einem “Willen zur Wahrheit” folgt und das Internet eine Art Demokratisierung des Wissens darstellt, löst es doch in gewisser Weise die Wissenschaft ab. D.h. Wissenschaft wie wir sie noch kennen verschwindet.
Vielleicht sollte ich meine Frage umformulieren und nicht fragen, ob Wissenschaft noch funktioniert sondern mehr, wie das Internet Wissenschaft auf alle verteilt. Ist damit Wikipedia sozusagen unser Diskurs was als Wissen besteht und wird deshalb eine Art Ist-Wissen erschaffen? Ist-Wissen gegenüber Theorien, die einzelne Personen aufgestellt haben und auf die man sich bezieht (bei Wikipedia sind die Referenz auf Personen nicht mehr so präsent, da es so viele Autoren gibt).
Warum ist alles so personenabhängig?
Und wieso gibt es so wenige Persönlichkeiten?Warum ist nicht jeder eine Persönlichkeit?
And all I needed was this one to get me back on my way
It wasn’t long before I realised there was no time to waste
If I Found Out, Athlete
Lieber mit Mac in die Hölle als mit Windows in den Himmel… braucht eh viel zu lange zum “Hochfahren”.
via: der.kontrast


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